dort wohin ich niemals reiste…

•2012/01/07 • Hinterlasse einen Kommentar

.
dort wohin ich niemals reiste, freudig jenseits
aller erfahrung, lebt deiner augen stille:
deine zarteste regung enthält dinge, die mich umfangen
oder welche ich nicht zu fassen vermag weil sie zu nah sind

es entfaltet ein blick mich aus deinen augen
obgleich ich mich wie finger festgefaltet,
löst du mich stets blatt auf blatt, wie frühling
(kunstvoll und heimlich) die erste rosenblüte

ich weiß nicht was es ist, das sich an dir schließt
und öffnet; ein etwas aber hat in mir erkannt,
dass deiner augen stimme tiefer ist als alle rosen,
niemand, auch nicht der regen, hat solch kleine hand

(e.e. cummings)

für meine süsse beute,
danke für die zeit unter der „käseglocke“
in der es keine zeit gibt,
weil zwischen unseren körpern
kein platz dafür ist ;)

im nächsten leben…

•2011/12/16 • Hinterlasse einen Kommentar

.

es zog mich in diese kleine neue cafebar im westbahnhof, die ich neulich entdeckt habe. arztbesuch und einkaufstour zwischen den ganzen menschenmassen hatten mich angestrengt und ich wollte in ruhe einen espresso geniessen. die tische waren alle besetzt, aber an der bar saß noch niemand. ich stapelte die taschen auf den boden zu füssen des barhockers und bestellte meinen cafe.

am ende der bar stand zusammengesunken und gebückt ein mann. dunkelblaue daunenjacke, ungepflegte graue haare. in der hand ein grünes plastiksackerl. er ging an der bar entlang. sehr langsam, die hand tastend über die steinplatte der theke gleitend als suche er halt. direkt vor mir wechselte seine hand auf die sitzfläche des leeren barhockers. seine finger tanzten über das leder. einen moment dachte ich, er würde auch mich berühren aber er machte einen bogen um mich, nur um direkt an meiner rechten seite die hand wieder auf die theke zu legen. leise sagte er: „wir sehen uns dann im nächsten leben.“

am ende der bar blieb ein kleines weisses blatt papier zurück. ein abschiedsbrief, wie ich von der kellnerin erfuhr. sein leben mache keine sinn mehr und er würde dem ein ende setzen. auf der rückseite stand eine adresse und eine telefonnummer. seine schwester solle informiert werden. die kellnerin rief die polizei und übergab ihnen das blatt papier.

ich hoffe, dass er sein vorhaben nicht in die tat umsetzt. nicht umsetzen kann. dass ihn noch jemand lehrt, wie schön das leben sein kann, wieviel sinn darin steckt dass jeder mensch einzigartig ist. jemand wie ihn gab es niemals zuvor und wird es in der menschheitsgeschichte nie wieder geben.

über diesen mann weiss ich gar nichts. vielleicht lerne ich was von ihm, wenn wir uns begegnen im nächsten leben.

Problem? Blogeintrag eines Phantoms

•2011/12/08 • Hinterlasse einen Kommentar

„Problem?
Sieht aus als hättest du ein Problem meine Liebe/mein Lieber. Bist du sicher, dass du an der richtigen Stelle bist? Vielleicht hast du dich ein wenig verirrt? Oder vielleicht suchst du nach etwas, das du nicht finden sollst? Wie auch immer, benutz die Suche, schaden kann es ja nicht.“

.
diesen eintrag hab ich heute auf dem blog gefunden. ich hab ihn nicht geschrieben. und ich weiss auch nicht von wem er ist oder wann er geschrieben wurde. geschweige denn wie es jemandem möglich ist einen text hier zu hinterlassen ohne dass ich davon etwas erfahre.
ich kann den eintrag nicht mal selbst kommentieren. sehr seltsam. da wirft mir ein fremder solche fragen ins gesicht und lässt mich dann damit im regen stehen. erwartet er, dass ich darauf antworte? warum?
fragen über fragen… da werde ich erst mal darüber schlafen ;)

song to the siren (tim buckley)

•2011/11/29 • Hinterlasse einen Kommentar

Long afloat on shipless oceans

I did all my best to smile

‘Til your singing eyes and fingers

Drew me loving to your isle

And you sang

Sail to me, sail to me

Let me enfold you

Here I am, here I am

Waiting to hold you

Did I dream you dreamed about me?

Were you hare when I was fox?

Now my foolish boat is leaning

Broken lovelorn on your rocks

For you sing

Touch me not, touch me not

come back tomorrow:

O my heart, O my heart

shies from the sorrow

I am puzzled as the newborn child

I am troubled at the tide

Should I stand amid the breakers?

Should I lie with death my bride?

Hear me sing

Swim to me, swim to me

Let me enfold you

Here I am, Here I am

Waiting to hold you

someone like you

•2011/11/29 • Hinterlasse einen Kommentar

sometimes it lasts in love but sometimes it hurts instead. (Adele)

Sicherheit

•2011/10/26 • Hinterlasse einen Kommentar

heute hab ich in einer schachtel mit erinnerungen gekramt. ein ausgedrucktes email fiel mir in die hände. geschrieben am 16.11.2004 an eine liebe freundin als antwort auf ihre bitte: „schreib mir ein paar gedanken zum thema sicherheit“

wie riecht sicherheit, wenn sie ein geruch ist?
wie schmeckt sicherheit, wenn man sie essen oder trinken kann?
wie sieht sie aus, welche farbe hat sie?
wie fühlt sie sich an, wenn man sie in die hand nimmt (und ich gehe mal davon aus, sie passt da rein…)?

sie riecht wie frisch gebackenes brot aus dem holzofen meiner großmutter und liegt im anblick ihrer alten, knochigen, faltigen hände die ruhig und sicher den teig kneten. sie schmeckt nach milchreis, süß und cremig nach vanille und honig.
sicherheit ist hell, aber sie blendet nicht. sie ist wie ein frühlingshimmel mit ein paar weissen wolken und auch der moment an dem der horizont ein letztes mal golden leuchtet. und wenn sie in allen farben schillert, ist es immer meine lieblingsfarbe.

sicherheit ist weich, nachgiebig und elastisch, anschmiegsam wie eine hand die eine andere hält.

ihr zuhause liegt sowohl im wald als auch in der wüste. es gibt in meinem heimatort ein kleines wäldchen. früher bin ich oft dort hin gegangen. ich hab ihn immer als märchenwald bezeichnet. die bäume sind hoch und dunkel, sie haben in jahrelanger arbeit ein dickes polster aus tannennadeln geschaffen. früher war dort ein steinbruch und nun liegen zwischen den baumstämmen große steine und felsbrocken herum, überzogen mit dunkelgrünem moos. es gibt rehe dort und füchse, dicke schwammerlkolonien, wilde himbeeren und walderdbeeren, elfen und kobolde.
wenn man durch diesen wald spaziert, ist es, als würde man sich nicht durch eigene kraft fortbewegen. der weiche boden federt unter meinen schritten, die kraft der erde gibt meinem bein jedes mal einen kleinen schubs. das moos, das gerade noch einen genauen fußabdruck von mir gezeigt hat reckt und räkelt sich, es atmet auf und nach ein paar minuten ist es so, als wäre ich nie dort gegangen.

alles an diesem ort scheint aus der erde zu kommen: der geruch, die kraft, der atem, sogar die sonnentümpel zwischen den dichten schatten wachsen aus der erde.

in der wüste kann man die sicherheit einatmen, die luft ist warm und dick, durchscheinend hell und zerzaust. ein heisser wind tastet und spielt; fühlt, ob nicht auch dieses wesen geformt und geschliffen werden kann. ich spüre, daß ich teil eines großen ganzen bin. wir haben den selben ursprung, den selben schöpfer, der sand und ich.

ich kann die ganze welt sehen, wenn ich meinen blick in die ferne richte. ich reiche bis zur sonne, wenn ich mich auf zehenspitzen stelle. wenn ich die arme ausbreite, reichen sie bis zum horizont. ich grabe meine zehen in den sand und spüre die wärme im erdinnern. ich bin nicht allein, denn die ganze welt ist in mir und ich bin in der ganzen welt.

erinnerung an einen sommertag

•2011/07/24 • Hinterlasse einen Kommentar

.
das warme gras atmet
den duft des wartens
in meine nase
.
und in der flagge
des bronzenen reiters
fängt sich langsam
das dunkel der nacht
.

blickwinkel

•2011/07/10 • Hinterlasse einen Kommentar

.
manchmal glauben wir
ein kind zu sehen,
doch es ist ein erwachsener
in großer entfernung.
.

->

•2011/05/29 • Hinterlasse einen Kommentar

geniessen wir es, solange es dauert
oder
dauert es, solange wir es geniessen?

gestalt und wesen

•2011/04/02 • Hinterlasse einen Kommentar

im idealfall werden gestalt und wesen identisch sein.

(josef pillhofer, bildhauer)

 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.